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Wie verhalte ich mich, wenn ich unerwünschte Werbemails (Spam) erhalte?

"E-Mail-Marketing" ist ein sehr lukratives Geschäft: Mit verhältnismässig geringen Kosten können Millionen von überaus informativen und interessanten Mitteilungen an die potentielle Kundschaft verschickt werden. Umso ärgerlicher für den leidtragenden Kunden: Für den elektronischen Briefkasten wurde der "Keine Werbung"-Kleber noch nicht erfunden, aber es ist möglich durch richtiges Verhalten die Werbeflut einzudämmen. Wie das geht beschreibt dieser Artikel.

Seien Sie paranoid!

Publizieren Sie Ihre Mailadresse nicht auf der Webseite, zumindest nicht als direkter, anklickbarer Link. Automatisierte Software, sogenannte Crawler, durchsuchen Ihre Webseite, so wie es Suchmaschinen wie z.B. Google machen, jedoch mit dem einzigen Zweck Mailadressen zu sammeln und zu archivieren. Es gibt diverse Möglichkeiten sich davor zu schützen - einige davon sind sinnvoll, andere weniger. Im Folgenden werden einige bekannte Varianten aufgezeigt und beurteilt:

Einfügen des Wortes NOSPAM: Aus ich@domain.com wird ich@NOSPAM.domain.com. Diese Variante erfordert vom Besucher eine gewisse Familiarität mit der Spam-Thematik und ist mittlerweile so verbreitet, dass man davon ausgehen kann, dass die Crawler das mittlerweile auch verstehen. Diese Variante ist deshalb nicht besondes sinnvoll.
Etwas besser ist ich(at)domain.com, da diese Variante gut lesbar ist und kein @ Zeichen beinhaltet, nach dem der Crawler suchen könnte.
Ganz kryptisch ist die Variante ich AT domain DOT com. Hier stellt sich wieder das Problem, dass sie nicht verstanden werden könnte, dafür ist sie als relativ sicher einzustufen. Ein Crawler kann dies nur sehr schwierig von normalem Text unterscheiden, da diese Wörter auch sonst oft vorkommen und er somit dem Zusammenhang nicht sehen kann.
Gewisse Programme versprechen eine Mailadresse verschlüsseln zu können, also aus ich@domain.com wird etwas wie i c h @ d o m a i n . c o m. Hier wird jeder Buchstabe durch seinen ASCII-Wert dargestellt, was dann vom Browser automatisch entschlüsselt wird. Aber auch wenn dies kompliziert aussieht: Was der Browser kann, kann auch der Crawler. Diese Methode, auch wenn sie oft empfohlen wird, ist relativ sinnlos.

Eine Variante, die als relativ sicher und erst noch als komfortabel angesehen werden kann, ist die mit JavaScript. Crawler mit JavaScript-Fähigkeiten auzustatten ist extrem schwierig und steht nicht im Verhältnis zum Nutzen, dafür ist sie nur auf Browser anwendbar, die JavaScript aktiviert haben (und das dürfte auf den Grossteil der Browser zutreffen). Statt folgendem HTML-Code:

<a href="mailto:user@domain.com">Klick mich</a>

Fügen Sie folgenden JavaScript-Code einmal in Ihre Seite ein:

<script type="text/javascript">
<!--
function mail_link(user,host,linktext) {
  document.write("<a href=\"mailto:");
  document.write(user + "@" + host);
  document.write("\">" + linktext + "</a>");
}
//-->
</script>

und für jede vorkommende Adresse diesen Code:

<script type="text/javascript">
<!--
  mail_link('user','domain.com','Klick mich');
//-->
</script>
Sehr sicher ist es, wenn Sie Ihre Mailadresse als Grafik speichern und in die Webseite einbinden. Theoretisch wäre es möglich per OCR (Texterkennung) Mailadressen aus Grafiken auszulesen, aber der Aufwand dafür wäre immens gross und deshalb ist dies sehr unwahrscheinlich.
Kontaktformulare sind die sicherste Variante, da hier die Mailadresse nirgends auf der Webseite angezeigt wird. Sollten Sie den Formmailer von Matt Wright (worldwidemart.com) verwenden, bitten wir Sie die aktuellste Version einzusetzen. Ältere Versionen haben eine schwerwiegende Sicherheitslücke (siehe securityfocus.com, Platz 3), mit der es möglich ist das Script von aussen her anzusteuern um unerwünschte Mails über Ihren Webspace-Acccount zu verschicken. Dies wird oft dazu missbraucht grosse Mengen an Spam-Mails zu versenden. Wenn möglich verabschieden Sie sich gleich komplett von Matt Wright's eher mässig programmierten Scripts und wenden sich stattdessen den Scripts von NMS zu, welche versprechen von der Konfiguration und Benutzung identisch zu sein, aber aus Matt's Fehler lernten und komplett neu programmiert wurden.

Bleiben Sie passiv!

Auch wenn die Wut in Ihnen kocht und sie gerne eine freundliche Mail zurückschreiben möchten - tun Sie es nicht! Versuchen Sie sich auch nicht abzumelden, denn das wird in den seltensten Fällen etwas nützen. Im Gegenteil: Damit haben Sie Ihre Maildresse validiert und dem Spammer mitgeteilt, dass diese Adresse aktiv ist. Paradoxerweise erhalten Sie dadurch nur noch mehr Spam, da die Adresse dadurch wertvoller wurde.

Die Ausnahme bilden natürlich Mails, die Sie zuvor explizit anmeldeten (Newsletter/Mailinglisten). Folgen Sie dort die (hoffentlich vorhandenen) Instruktionen zur Abmeldung. Manchmal sind diese versteckt in den Mail-Headern zu finden.

Kaufen Sie auch nichts, was in Spam beworben wird. Spam funktioniert nur deshalb, weil es noch genug Leute gibt, die so beworbene Produkte erwerben. Damit bleibt das Spam-Geschäft lukrativ und die Mailflut wird kein Ende nehmen.

Seien Sie fleissig!

Erstellen Sie für jeden Zweck eine eigene Mailadresse - für jeden Newsletter, für jede Mailingliste, für jede Anmeldung, wo eine Mailadresse benötigt wird. Erstellen Sie ein Postfach und viele Weiterleitungsadressen, die auf dieses Postfach zeigen. Beispielsweise nach dem Schema newsletter-ich@domain.com, mailingliste-ich@domain.com, .. Die Anzahl Weiterleitungsadressen ist nicht limiert. So können Sie bei einer Spam-Mail an Hand des Delivered-To Mailheaders sehr leicht herausfinden, über welche Adresse sie empfangen wurde. Wir helfen Ihnen auch gerne dabei - melden Sie sich einfach beim Support.

Verwenden Sie zudem keine Hauptadresse ("Catchall"). Diverse Spammer machen Wordlist-Attacken, d.h. Sie schreiben an webmaster@, sales@, support@, info@ in der Hoffnung, dass irgend eine davon ankommen wird (was sie auch tut, wenn Sie eine Hauptadresse definiert haben, und zwar gleich mehrfach).

 

In diesem Artikel haben Sie erfahren, wie Sie präventiv die Werbeflut eindämmen können. In einem weiteren Artikel werden wir Ihnen erklären, wie Sie die bereits vorhandenen Spam-Mails filtern können.


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